
In der Produktionsstätte liegen die Toleranzen bei der Veredelung von Glas in Sekunden und Grad. Man spürt es bereits, sobald sich das Wärmeprofil verändert – es entstehen optische Verzerrungen im gebogenen Glas, durch thermische Belastungen entstehen Risse beim Glätten des Glases, und laminierte Windschutzscheiben weisen schwache Kanten auf. Konvektionsöfen haben Schwierigkeiten, mit der Geschwindigkeit der Produktionslinie Schritt zu halten; ihre langsame Erwärmung verzögert somit den Wechsel der Produktionsprozesse. Wenn man die Wärmequelle direkt an die Glasoberfläche bringt, kann man die Reaktionszeit verkürzen und den Prozess besser kontrollieren.
Was wirklich wichtig ist
Wir entwickeln industrielle Infrarotheizgeräte für die Glasveredelung unter Berücksichtigung von drei wichtigen Faktoren: Wellenlänge, Leistungsdichte und thermische Homogenität. Für dünnes Glas sowie eine schnelle Oberflächenbeheizung eignen sich kurzwellige Quarzemitter – sie heizen schnell und effektiv, sodass man konstante Temperaturen erreichen kann, ohne dass die gesamte Kammer erhitzt wird. Für dickere Materialien sowie Beschichtungen eignen sich mittelwellige Kohlenstoff- oder Keramikemitter – sie ermöglichen eine tiefere Penetration und eine gleichmäßigere Temperaturverteilung über längere Zeiträume. Entscheidend sind auch andere Parameter wie die Leistung pro Quadratzoll, die Kompatibilität mit der Nennspannung, die Länge der Lampen sowie die Befestigungsmöglichkeiten. Eine gezielte Energieabgabe bedeutet weniger unnötige Wärmeentwicklung, geringeren Energieverbrauch pro Quadratmeter sowie eine bessere Abstimmung mit der Transportgeschwindigkeit.
Wo Infrarot seine Vorteile zeigt
Infrarot wird in allen vier wichtigsten Schritten der Glasveredelung eingesetzt. Beim Biegen verhindert ein gleichmäßiges Infrarotfeld heiße Stellen sowie Unebenheiten an den Kanten – dadurch bleibt die Form des Glases konstant und die optische Qualität verbessert sich. Beim Glätten verkürzt eine schnelle Vorheizung den Prozess und verbessert die Oberflächenkompression, indem die Zeit bei hoher Temperatur begrenzt wird. Bei der Laminierung – sei es mit EVA-, SGP- oder PVB-Materialien – sorgt Infrarot für eine gleichmäßige und kontrollierte Aushärtung, wodurch Blasen und Hohlräume besonders an den Kanten vermieden werden. Bei der Beschichtung und Trocknung von Farben verhindert Infrarot Blasenbildung und verbessert die Haftung der Beschichtung. Die Vorteile sind weniger Ausschuss, schnellere Wechsel der Produktionsprozesse sowie geringerer Energieverbrauch pro Quadratmeter.
Praktische Aspekte
Infrarotstrahlen benötigen eine freie Sichtlinie. Halten Sie die Reflektoren gerade und platzieren Sie die Emittoren so, dass keine Schatten entstehen, die zu einer ungleichmäßigen Heizung führen könnten. Die Emissivität ändert sich je nach Beschichtung und Glastönung – daher benötigt die Steuerung eine Rückmeldung vom Pyrometer oder eine geschlossene Regelung der Leistung. Man erhält zwar eine schnellere Reaktion der Lampen im Vergleich zu Konvektionsöfen, doch man muss auf die Thermomanagement-Aspekte achten – schützen Sie Elektronik und Sensoren vor der Strahlungswärme. Umbauten sind in der Regel einfach möglich, aber überprüfen Sie vorher die notwendigen Abstände sowie die Kühlbedingungen.